12.2.2012 || 11.00 – 17.00 Uhr
TÜRE AUF
Was ist los:
- Atelier freiart:
„Kunst PraktischPraktisch Kunst“
Drei Schülerinnen des Theodor-Heuss-Gymnasiums, Dinslaken, machen zur Zeit ein Betriebspraktikum im Atelier freiart. In der Zusammenarbeit mit Walburga Schild-Griesbeck bekommen sie Einblicke in die Arbeitswelt einer freischaffenden Künstlerin. Als besonderen und freiwilligen Abschluss gestaltet die Künstlerin mit ihren Atelier-Assistentinnen auf Zeit eine Ausstellung. Darin werden auch Kunstwerke der jungen Frauen gezeigt, die während der Arbeit im Atelier entstehen.
Sie sind herzlich eingeladen
- Im Atelier E.so.za wird es magisch.
Die Ausstellung „Feenzauber – Digital und Manual“ zeigt die Einbindung von digitalen Stoffdrucken in Textilkunstobjekten. - KunstKIOSK422 zeigt “Auf der Suche nach Engeln”
eine Installation von Rainer Höpken bis zum 29. Februar 2012. - Am 15.2.2012 um 16.45 h gibt es auf ARTE die Reportage “Moderne Ruinen” mit einem interessanten Einblick ins Kreativ.Quartier Lohberg, künstlerische Aktionen dort (Extraschicht, KunstKIOSK422, Zukunftvisionen und auch zur Geschichte der Zeche)
Mehr Infos hier
Zum Film: Moderne Ruinen – Lohberg
Eine 5-teilige Dokuserie || In Zusammenarbeit mit ZDF/arte || 3. Lohberg – Neues Leben auf der Zeche
Es ist ein Ort der Superlative, hundert Jahre lang wurde auf der Zeche Lohberg Kohle gefördert. Über 1200 m tief gingen hier die Schächte, Ende der 50er Jahre fuhren über 5000 Männer ein. Aber 2005 wurde die Zeche Lohberg endgültig stillgelegt, die letzten 1400 Kumpel auf andere Bergwerke verteilt oder in den Ruhestand geschickt. Und jetzt? Ein riesiges Areal wartet auf seine neue Bestimmung, ein 70 m hoher Förderturm ragt über eine eigene Stadt aus alten Hallen und Maschinenparks, die nun keine Verwendung mehr haben: Ein gespenstischer Ort mit beängstigenden Dimensionen. Die Natur kehrt zurück und überwuchert die Fläche, große Teile des Areals werden abgerissen und sind für Neubauten vorgesehen. Andere finden neue Verwendung. So ein Kiosk an der Außenmauer, über den hier jeder eine Geschichte kennt. Vor oder nach der Schicht wurde hier schnell noch was gekauft oder heimlich wurde ein Korb über die Zechenmauer abgeseilt, um doch an das bei der Maloche verbotene Bier zu kommen. Heute betreibt Britta LQL den kleinen Kiosk als Kunstgalerie. Wer vorbeikommt kann hineinschauen und dort Wechselausstellungen verschiedener Künstler betrachten. Der alte Zigarettenautomat wird regelmäßig aufgefüllt, wer ein paar Euro hineinwirft erhält eine kleine Skulptur, ein Miniaturgemälde oder ein anderes Unikat, das extra für diesen Automaten hergestellt wurde. Andere Künstler haben in Teilen des ehemaligen Verwaltungsgebäudes Atelierräume gefunden, Kreativquartier heißt das jetzt hier.
Auch der Bergmannschor Concordia hat die Stilllegung der Zeche überlebt und weiterhin kommen an die 50 Männer zusammen und proben jede Woche. Bei ihren Auftritten tragen sie stolz ihre Bergmannsuniform. Jeder Sänger hat unter Tage geschuftet, das Bergwerk ist Heimat und Lebensmittelpunkt wie bei den Meisten in diesem Stadtteil.
Jetzt beginnt die Neuorientierung, aber der denkmalgeschützte Förderturm ist im Unterhalt zu teuer als dass die ehemaligen Besitzer ihn behalten wollen oder die öffentliche Hand die Wartung übernehmen könnte. Es steht schlecht um das Wahrzeichen Lohbergs, ein Förderverein versucht ihn zu retten, doch die Finanzierung ist ungewiss.
Kommen werden viele Neubauten und auch der Versuch, die Menschen in diesem Stadtteil mitzunehmen bei der Umgestaltung. Nicht Inseln mit Prestigeprojekte, sondern kleine Gewerbeansiedlungen und Wohnraum soll hier entstehen. Lohberg will seine Einwohner nicht vertreiben, sondern vor allem neue dazu gewinnen. In Büros und kleinen Betrieben sollen Arbeitsplätze entstehen.
Aber das Bergwerk hinterlässt nicht nur überirdisch seine Spuren. Unter den alten Ruinen liegt ein Gewirr aus Tunneln und Schächten: Jetzt laufen sie nach und nach mit Wasser voll und werden mit Pumpen reguliert, damit die neuen Gebäude durch das Absinken und Anheben des Erdreichs nicht beschädigt werden, wie es so vielen der alten Bauten widerfuhr.
Zwei Weltkriege, wechselnde Besitzer und immer neue Zuwanderer, die hier ihr Glück suchten, hat Lohberg erlebt, jetzt ist es für immer stillgelegt und wird eine vollkommen neue Verwendung finden müssen Kleine Initiativen und Projekte begleiten die Umwandlung, der Geldmangel wird jedoch viele nicht lange überleben lassen. Der Kunstkiosk von Britta LQL jedoch hat es geschafft, mit etwas Unterstützung von der Stadt wird sie ihn auch im nächsten Jahr betreiben können.
* Und immer: ARTOMAT am KunstKIOSK422
2011 = limitierten Editionen von Rainer Höpken, Gabriele Sowa, Manfred Hermanns, Ulrike Int-Veen, Regine Strehlow-Lorenz, Ruth Bojarra, Monika Odentahl, Doris Kook, Rookie Records, Peter Withoff, Samirah Al-Amrie, Inga Weiß und Katja Kempe
Hünxer Str. 368 ||
46537 Dinslaken
